Intex Aqua Fish mit Sailfish OS 2.0

Der Mobile World Congress 2016 in Barcelona ist vorbei und zwei Themen waren für mich besonders spannend. Zum Einen, dass das coolste Android Smartphone, Xiaomi Mi 5, aus China kommt und das Jolla bzw. Sailfish OS lebt. Samsung, LG und HTC können sich warm anziehen. Ich denke es reicht nicht sich nur über die Hardware abzugrenzen.

Zurück zum eigentlichen Thema: Sailfish OS besteht aus drei Teilen. Unter allem steht der Linux Kernel. Auf diesen setzt eine Middleware namens Mer auf. Beide stehen unter einer Opensource Lizenz. Das User Interface steht im Gegensatz dazu unter einer proprietären Lizenz. Die Bedienung zeichnet sich durch Gesten und echtes Multitasking aus. Apps werden mit QT entwickelt und Android Apps laufen ebenfalls. Der Hersteller Jolla hat sich mittlerweile in zwei Firmen geteilt. Erstere kümmert sich um die Hardware und die Zweite um die Software. Dies beinhaltet auch die Lizensierung an Dritte und somit kommen wir zu dem indischen Hersteller Intex Technologies. Dieser lizensierte als erster Hersteller im Sommer 2015 Sailfish OS und stellt auf dem MWC 2016 sein erstes Sailfish OS Smartphone vor. Getauft wurde es auf den Namen Intex Aqua Fish und die Hardware Specs entsprechen der unteren Mittelklasse. Der Preis soll bei ca. 100 EUR liegen. Die Bedienung ist trotz der relativ schwachen Hardware sehr flüssig.

Die folgenden Fotos vom Intex Aqua Fish hat Matthias Gabriel direkt auf dem MWC 2016 aufgenommen. Danke nochmal dafür!

 

 

i3 Window Manager und 4k Monitor

Aktuell nutze ich den i3 Window Manager. Dieser ist ein kleiner, praktischer Tiling WM, welcher sich an erfahrene Benutzer richtet. Diese Art von WM macht natürlich besonders mit einem 4k Monitor Sinn. Mein Problem war, dass wenn ich im Gegensatz zu dem Standard-Display meinen Rechner mit einem 4k Monitor starte, eine andere DPI Zahl verwendet werden sollte. Kurz gesagt: Rechner startet ohne 4k Display → DPI-Zahl x. Rechner startet mit 4k Display → DPI-Zahl y.

Erkennung

In einem ersten Schritt müsste erkannt werden, ob ein 4k Display angeschlossen ist. Dazu verwende ich das Programm xrandr. Im Terminal seiner Wahl gestartet, liefert es folgende Ausgabe (Ausschnitt):

[..]
HDMI1 disconnected (normal left inverted right x axis y axis)
DP1 connected primary 3840x2160+0+0 (normal left inverted right x axis y axis) 621mm x 341mm
3840x2160 30.00*+ 25.00 24.00 29.97 23.98
2560x1440 59.95
[..]

Die Ausgabe verrät, dass ein Display mit einer Auflösung von 3840×2160 (UHD) an den Display Port (DP1 connected) und kein Display per HDMI angeschlossen ist (HDMI1 disconnected). Somit liefert das folgende Kommando die Fallunterscheidung, ob ein 4k Monitor verbunden ist:
xrandr | grep "connected primary 3840x2160"

Anpassen der DPI-Zahl

Auch hierbei hilft das wunderbare Programm xrandr. Die folgende Codezeile setzt eine DPI-Zahl von 180 für das Display, welches am Display-Port (DP1) angeschlossen ist:
xrandr --output DP1 --dpi 180

i3 Konfiguration

Ich binde in meiner i3 Konfigurationsdatei ~/.i3/config eine extra „Autostart“ Datei ein:

# autostart script
exec --no-startup-id ~/.i3/autostart

Diese führt den Code aus, welcher für die Änderung der DPI Zahl nötig ist. Es gibt nur noch ein Problem. Nach der Anpassung der DPI Zahl müsste noch ein manuelles Neuladen (Mod+R) des i3 erfolgen. Das geht natürlich auch per Kommando (i3-msg). Insgesamt sieht das Shell-Script wie folgt aus:

# change dpi
for line in `xrandr | grep "connected primary 3840x2160"`; do xrandr --output `echo $line | cut -f 1 -d ' '` --dpi 180; break; done
i3-msg -t command restart

Ich habe mich für das for-Statement entschieden, weil prinzipiell auch mehrere 4k Displays angeschlossen sein könnten. Ich unterbinde aber den mehrfachen Schleifendurchlauf per break;.

LuneOS Breve

Seit September 2014 veröffentlicht das webOS-Ports Team zu jedem Monatsanfang ein neues Release von LuneOS. Anfang diesen Monats wurde dementsprechend ein neues Release namens Breve herausgebracht. Die Releasenotes sind wie immer unter hier zu finden.

Ich habe es kurzerhand gleich mal auf mein HP Touchpad gespielt. Aufgefallen ist mir der „First Use“ Workflow und das einzelne Cards wieder übereinander gelegt werden können. Aber schaut einfach selbst.

WebOS Info Update

Das Enyo Framework wurde in der Version 2.4 veröffentlicht. Besonders zu erwähnen wäre der neue Data-Layer, welcher den eigenen Quellcode stark vereinfacht sowie die neue Moonstone UI Bibliothek für TV Geräte. Eine genauere Beschreibung und weiterführende Links findet ihr hier.

Den WebOS Fernseher habe ich mir mittlerweile in einem Elektronikgeschäft angesehen und ich war recht begeistert. Die Verkaufszahlen scheinen auch den Erwartungen zu entsprechen. Für Entwickler gibt es mittlerweile die Smart TV Alliance und deren Developer Portal. Diese Allianz unterstützt aktuell Geräte der Hersteller

  • LG Smart TVs
  • Philips Smart TVs
  • Toshiba und
  • Vestel.

Inwieweit das funktioniert kann ich leider nicht sagen, weil ich es selbst noch nicht getestet habe.

Und wie geht es in der Open webOS Community voran?  Hier kann ich nur meinen großen Respekt ausdrücken für die Arbeit des webOS-ports Teams. Sie sind fleißig am arbeiten. Seht aber einfach selbst auf github.

 

Morgendämmerung

Alle webOS Fans sind sehr gespannt auf den morgigen Tag und der kommerziellen Auferstehung ihres geliebten Betriebssystems.

Wer gerne nochmal einen Blick zurückwerfen möchte, dem sei der Artikel von Dieter auf theverge.com ans Herz gelegt. Dieser zeigt was HP alles mit webOS vor hatte bzgl. Devices, Designs, etc. Aber seit gewarnt, es ist leicht deprimierend.

Jetzt aber Schluß mit dem Blick zurück, schauen wir nach vorn mit der Frage was uns morgen erwartet. Zuerst ein neues Logo, wie auf dem obigen Bild von theverge.com erkennbar ist und der neue webOS Fernseher. Diese zwei Punkte sind gesetzt, aber sicherlich nicht alles. Vermutlich wird auch das neue SDK vorgestellt und eine Antwort auf die Frage, ob ein kommerzielles webOS 4 neben Open webOS existiert. Sicherlich gibt es auch Neuigkeiten bezüglich des Stores. Wird der HP Store weiter benutzt oder verwendet LG einen eigenen? Die Frage nach weiteren Geräten wie Smartphones oder Tablets wird sich morgen sicherlich nicht klären, obwohl es meiner Meinung nach unausweichlich ist. Eng verknüpft mit dem SDK ist auch das Enyo Framework, welches hoffentlich die finale Version 2.3 veröffentlicht.

Zum Schluß noch etwas aus der Community vom WebOS Ports Team. Hier gibt es ein Packet, welches den aktuellen Stand der Portierung auf Basis von Open webOS enthält, welches man unter VirtualBox importieren kann.